Mandy

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Mandy (2018)

18 116 min - Action, Thriller, Horror, Fantasy, Mystery - 13 September 2018
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Storyline

Red Miller ist ein gebrochener, rastloser und verzweifelter Mann. Eine Sekte hat Mandy Bloom auf dem Gewissen, also die Frau, die er über alles auf der Welt geliebt hat. Um ihren Tod zu rächen, macht Red sich 1983 im Pacific Northwest auf die Suche nach dem Kult-Anführer Jeremiah Sand, um ihn für dessen sadistische Tat büßen zu lassen.


Collections: Panos Cosmatos

Detail

Official Website: 
Country:   Vereinigte Staaten Belgien
Language:  Englisch
Release Date:  13 September 2018

Box Office

Budget:  $6.000.000
Revenue:  $1.214.525

Company Credits

Technical Specs

Runtime:  1 h 56 min

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Die Storyline:

Anfang der 80er Jahre leben das Pärchen Red und Mandy glücklich und zufrieden in den Shadow Mountains in Kalifornien. Während Mandy Bloom sich als Künslerin verwirklicht, arbeitet Red Miller als Holzfäller. Ihre harmonische Beziehung wird jäh zerstört, als der Anführer einer Sekte auf Mandy aufmerksam wird und sie brutal kidnappt. Für den Sektenführer Jeremiah hat Mandy jedoch nur Spott und Häme übrig, woraufhin dieser sie in Anwesenheit von Red lebendig verbrennen lässt. Seiner Freundin und Seelenverwandten für immer beraubt, startet Red daraufhin einen brutalen und blutigen Rachefeldzug.

Kinokritiker.com - Kritik:


Panos Cosmatos und Casper Kelly haben mit „Mandy“ einen Film geschaffen, für den das Genre Horrorfilm oder Splattermovie nicht erschöpfend genug wäre. Eher noch passt hier das Genre des Revenge-Movie, denn Red nimmt letztendlich brutale und sehr dedizierte, zelebrierte Rache an den Peinigern seiner Gefährtin.

Ist der Plot an sich auch für diesen Genre-Mix sehr trivial und die Charaktere ganz sicher nicht sehr tiefsinnig und schon gar nicht detailliert ausgearbeitet, so überrascht und überzeugt der Film auf visueller Ebene. Ja, er schafft es, in seiner Gesamtkonzeption wirklich einzigartig zu sein und dadurch dann auch aus dem unendlichen Pool der Horror-Grusel-Revenge-Schocker sehr positiv hervor zu stechen.

Benjamin Loeb ist es gelungen, visuell den emotionalen Zustand des Protagonisten Red, gespielt von Nicolas Cage, so einzufangen, dass man sich fast schon in einem Drogenrausch wähnt. Die Farben sind so greifbar und sie spiegeln den seelischen Zustand von Red und von Mandy perfekt wieder. So erlebt man am Anfang des Films eine fast schon monotone, optisch aber sehr entrückende Harmonie. Man begreift, dass sich hier zwei Menschen gefunden haben, die vielleicht unterschiedlicher nicht sein könnten, aber zueinander gefunden haben zu einer perfekten Einheit. Unterstrichen wird diese optische Präsenz mit der ungeheuer eingehenden synthetischen Msuik von Komponist Jóhann Jóhansson, der leider kurz nach Beendigung seiner Arbeit an dem Film verstorben ist. Bild und Ton sorgen so für eben jene perfekte Symbiose, welche Red und Mandy als Paar widerspiegeln.

Als Mandy den Kultisten in die Hände fällt, ändert sich so auch die Farbe des Films und die Tonalität. Nach ihrem brutalen Tod erlebt man einen am Boden zerbrochenen, hilflosen Red, der zurück gestoßen wurde in die brutale Realität seiner Existenz. Was dann folgt, ist brutale Rache. Und auch diese wird wieder durch eindringliche fast neon-intensive Farben und dem Soundtrack auf eine besondere Ebene getragen. Natürlich werden die Tötungen der einzelnen Täter zelebriert und selbstverständlich kommt hier der Splatter-Fan voll auf seine Kosten. Und selbstredend ist der Höhepunkt des Films erreicht, wenn Red Miller sich den Sektenführer Jeremiah Sand vorknöpft. Inhaltlich liefert der Film hier Standard-Kost ab. Die Darreichung als Gesamterlebnis des Films ist es aber, welche faszinieren kann.

Interessant ist auch, dass die Protagnoisten mit verhältnismäßig wenig Dialogen auskommen. Wo andere Filme ähnlicher Machart unglaubliche Erklärungen über die Motivation der einzelnen Charaktere in Dialoge fassen, durch die der Zuschauer sich kämpfen muss, kommt „Mandy“ nur mit den nötigsten Sätzen und Gesprächen daher. Der Film ist in weiten Teilen sehr ruhig. Vor allem am Anfang des Films entsteht eine gewisse Langeweile. Das hat jedoch durchaus Methode und man sollte am Ball bleiben. Denn erzählerisch ist der Film sehr mutig. Überhaupt merkt man dem Film europäische Einflüsse an. Amerikanisches Kino ist schon lange nicht mehr so mutig, weitgehend auf Dialoge zu verzichten und eine Geschichte überwiegend durch die Bilder und die audiovisuelle Präsenz zu erzählen. Man verlangt vom Zuschauer, aktiv mit dem Film, mit den Charakteren und vor allem mit dem Hauptdarsteller emotional mitzugehen.

„Mandy“ wurde in Belgien und in London gedreht. Das Budget des Films war mit 6 Millionen Dollar vergleichsweise niedrig. Da der Film weltweit nur ca. 1,5 Millionen Dollar eingespielt hat, kann man wohl von einem finanziellen Flop sprechen. Der Film wurde aber auch falsch vermarktet. Er ist kein Horror-Film. Aktuell entwickelt sich der Streifen aber als kleiner Geheimtipp unter Kennern des Genres.

Fazit:

Man muss Sitzfleisch beweisen für „Mandy“ und sich durch die ersten 30 Minuten des Films durchkämpfen. Der Film startet fast schon psychedelisch und man wähnt sich in einem Drogenrausch. Nicht wenige schalten jedoch bis dahin ab. Und das halte ich für einen Fehler, denn der Film entwickelt seinen ganz besonderen, einzigartigen Reiz erst durch das Betrachten des ganzen Films. Zudem sollte man sich auf dieses audiovisuelle, emotionale Experiment einlassen wollen. Denn dann schafft der Film eine Präsenz und eine Erzählkraft jenseits brutaler Exekutions-Orgasmen auf der Leinwand.

Ich gehe mit den Charakteren mit und lerne, wie gut die beiden Red und Mandy doch zusammen passen und wie harmonisch das Leben in den Wäldern für sie ist. Ich erlebe fassungslos, wie sich die Sekte ihrer habhaft macht und sie missbraucht. Wobei dieser äußerst brutale Akt nicht ausgeschlachtet wird. Der Sektenführer wird verhöhnt, ausgelacht und das ist eine so unerwartete, aber gleichzeitig für das Genre und die Zeit, in der der Film spielt, erfrischende Reaktion des Opfers, dass die anschließende Hinrichtung im Beisein von Red fast schon beiläufig wird. Der Film schlachtet nichts davon großartig aus. Als Red in ein tiefes emotionales Loch fällt, erlebe ich das als Zuschauer mit. Ich fühle mit ihm. Der anschließende Rachefeldzug wiederum erschließt sich mir dank der audiovisuellen Darstellung auf einer anderen emotionalen Ebene. Und so folge ich Red bis hin zum Klimax des Films und darüber hinaus.

Was ich versuche zu erklären: Der Zuschauer wird auf eine emotionale, ja fast schon spirituelle Reise mitgenommen von himmelhoch jauchzenden Höhen bis in die tiefsten Abgründe der menschlichen Seele. Und diese besondere Achterbahnfahrt, die einem auch noch lange, nachdem der Abspann längst gelaufen ist, in Erinnerung bleiben wird, ist einzigartig. Bitte lassen Sie sich auf diesen Film ein. Sie werden es vermutlich nicht bereuen.

(AMH)

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